Namibia

Aufarbeitung deutscher Kolonialverbrechen und aktive Erinnerungskultur

12.01.2026  

Namibische Organisationen der Herero und Nama kämpfen für die Aufarbeitung des Genozids der deutschen Kolonialmacht Anfang des 20. Jahrhunderts

Während des deutschen Kolonialregimes im heutigen Namibia wurden große Teile der Bevölkerungen der Hereros und der Nama vernichtet. Die Überlebenden der Genozide wurden in Lagern als Zwangsarbeiter:innen für deutsche Unternehmen missbraucht, enteignet und in Armut gedrängt. Noch heute kämpfen Nachfahren um die Aufarbeitung des kolonialen Unrechts und seiner anhaltenden Folgen. So fordern die beiden Dachorganisationen Ovaherero Traditional Authority (OTA) und Nama Traditional Leadership Association (NTLA) die volle Anerkennung des Genozids durch Deutschland und Reparationen.

Ihrem Einsatz ist es auch zu verdanken, dass das von Deutschland mit der namibischen Regierung ausgehandelte sogenannte „Versöhnungsabkommen“, mit dem sich die Bundesregierung durch Zahlung von Entwicklungsgeldern „freizukaufen“ versucht, noch nicht in Kraft getreten ist. Neben der Aufklärungsarbeit in Deutschland – Vertreter:innen der beiden Verbände haben wiederholt auf medico-Veranstaltungen gesprochen – setzen sie sich für eine aktive Erinnerungs- und Gedenkkultur in Namibia ein. Ziel der Kampagne „Fire Stories“ ist es, auch marginalisierte Nama- und Ovaherero-Gemeinschaften in den ländlichen Gebieten zu erreichen und über den Ansatz einer Oral History in die Erinnerungsarbeit einzubeziehen.

Stiftungsförderung in 2025:                20.000,00 €