Unterstützung von abgeschobenen und abgewiesenen Migranten

Projekte 2017 - Mali

Ein Ort, um nach der Abschiebung neuen Mut zu sammeln. Das Rasthaus von ARACEM in der malischen Hauptstadt Bamako. (Foto: Christian Gropper)

Die Selbsthilfeorganisation Association des Refoulés d'Afrique Centrale au Mali (ARACEM) wurde vor über zehn Jahren von Migrantinnen und Migranten vorwiegend zentralafrikanischer Herkunft gegründet, die zumeist von den nordafrikanischen Staaten abgewiesen bzw. Mali abgeschoben wurden. Weil ihnen die Mittel bzw. Papiere zu einer Rückkehr in ihre Heimatländer fehlten, steckten sie in Bamako oder im Norden Malis fest.

In dieser fatalen Situation haben sie sich zusammengeschlossen, um sich gegenseitig Beistand zu leisten. Das tun sie bis heute, längst aber auch als Organisation für diejenigen, denen seither das gleiche Schicksal zu Teil wurde. Im Vordergrund steht die unmittelbare humanitäre Hilfe für Abgewiesene – von der Organisation einer Unterkunft über Verpflegung bis zu medizinischer und psychosozialer Hilfe. Da alle Mitglieder der ARACEM in Mali Ausländerinnen und Ausländer sind, sind ihre politischen Einflussmöglichkeiten begrenzt. Dennoch versuchen sie in Kooperation – auch mit dem medico-Partner AME – Einfluss auf die Migrationspolitik der malischen Regierung und die öffentliche Meinung in Mali gegenüber Migrantinnen und Ausländern zu nehmen.

Beide Stränge werden immer wichtiger: Zum einen wird die malische Migrationspolitik durch die massive Einflussnahme Europas immer repressiver. Zum zweiten nehmen auch in Mali Xenophobie und die Stigmatisierung der „Rückkehrer“ zu. In diesem Umfeld kommt dem Engagement der ARACEM eine besondere Bedeutung zu.

Stiftungsförderung in 2017: 20.000 Euro