Mit Theaterprojekten die Ohnmacht überwinden

Projekte 2017 - Ägypten

Die Initiative Dawar hilft mit therapeutischer Theaterarbeit Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen zu verarbeiten. (Foto: Dawar)

Sowohl in Afghanistan als auch im Westjordanland haben medico-Partner in geschundenen und von Gewalt geprägten Gemeinwesen gute Erfahrungen mit therapeutischer Theaterarbeit gemacht. Den gleichen Ansatz verfolgt die Initiative Dawar für Arts and Development in Ägypten. Anfangs sind in der Playback Theater Troupe von Dawar politische Aktivistinnen und Aktivisten mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammengekommen, um durch szenisches Spiel traumatische Erlebnisse zu überwinden: die massive Gewalt, die viele im Zuge der Niederschlagung des Arabischen Frühlings und der autoritär-repressiven Restauration in den Auseinandersetzungen auf der Straße, in Polizeistationen und Gefängnissen erlebt haben.

Die reflexive Methode des Playback Theaters schafft Möglichkeiten, Ohnmachtsgefühle kollektiv zu verarbeiten. Inzwischen arbeitet Dawar mit diesem Ansatz auch mit anderen Bevölkerungsgruppen, die von Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen geprägt sind. So hat die Gruppe mit ägyptischen und aus Syrien geflüchteten Frauen in einem armen Stadtteil Kairos ein berufliches Ausbildungsprojekt mit theaterpädagogischen und -therapeutischen Angeboten verknüpft. Die Frauen sollen so über (gemeinsame) Erfahrungen von Ausgrenzung, häuslicher Gewalt und Unterdrückung miteinander ins Gespräch kommen. Ein zweiter Teil der Arbeit von Dawar sind Kurse in Psychodrama und Playback Theater für Gemeindearbeiterinnen. Das Ziel ist, dass diese als Multiplikatoren die Fähigkeiten in ihren Gemeinden einsetzen.

Stiftungsförderung in 2017: 25.000 Euro