Gegenöffentlichkeit für eine andere Gesundheit

Projekte 2017 - Brasilien

Antonio Martins in der Redaktion von Outras Palavras in São Paulo. (Foto: medico)

In Brasilien ist das Recht auf den Zugang zu Gesundheitsdiensten für alle in der Verfassung verankert. Mehr noch: Ein zivilgesellschaftlicher Druck auf die Politik hat zu großen Erfolgen geführt, dieses Recht auch Wirklichkeit werden zu lassen. Unter der neuen liberal-konservativen Regierung droht das Rad nun zurückgedreht zu werden: Das Gesundheitsbudget wurde wiederholt beschnitten, Leistungen wurden gekürzt und die Privatisierung medizinischer Einrichtungen vorangetrieben. Möglich ist das auch deshalb, weil sich die Medien nach wie vor in der Hand weniger, mit der alten politischen Elite eng verflochtenen Familien befinden. So kommt es, dass der gesundheitspolitische Roll-back kaum öffentlich diskutiert wird.

Eine der wenigen und umso wichtigeren Ausnahmen ist Outras Palavras (OP). Das Nachrichten- und Debattenportal steht für kritischen Journalismus, der über all das berichtet, was von den großen Medienmonopolen unterschlagen wird. Ein professionelles Netzwerk von Autorinnen und Autoren ermöglicht es der Redaktion in São Paulo, tagesaktuelle Beiträge, politische Analysen und fundierte Hintergrundartikel öffentlich zu machen. Wie groß das Interesse an alternativen Perspektiven ist, belegt die enorme Resonanz auf die Veröffentlichungen. Angesichts der massiven Angriffe auf das öffentliche Gesundheitssystem plant OP nun, die Website Outra Saúde („Andere Gesundheit“) aufzubauen – ein zentraler Impuls für eine Bewegung zur Verteidigung des Rechts auf Gesundheit.

Stiftungsförderung in 2017: 30.000 Euro