Emanzipatorische Entwicklung in palästinensischen Gemeinden

Projekte 2017 - Libanon

PARD-Aktivistinnen auf einer Demo gegen Gewalt an Frauen in Beirut. (Foto: PARD)

Seit 1948 leben 500.000 im Libanon registrierte palästinensische Flüchtlinge ohne wirkliche Perspektive. Sie sind in unterschiedlichen rechtlosen und staatenlosen Zuständen gefangen und werden, von Ausnahmen abgesehen, systematisch von bürgerlichen und sozialen Rechten ausgeschlossen. Ein Bericht des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) von 2016 beschreibt die trostlose Lage so: Zwei Drittel der Palästinenser im Libanon sind arm oder extrem arm. Die Mehrheit lebt in offiziellen Flüchtlingslagern des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA).

Die Organisation Popular Aid for Relief and Development (PARD), mit der medico seit fast 30 Jahren zusammenarbeitet, hingegen ist in palästinensischen Gemeinden im Großraum Beirut und im Südlibanon jenseits des UNRWA-Mandats aktiv. PARD kümmert sich auf Gemeindeebene um Basisgesundheitsdienste, Bildung, die Versorgung mit Trinkwasser oder die Entsorgung von Müll. Darüber hinaus versucht PARD, den sozialen Ausschlüssen in einem von Gewalt geprägten und partei- sowie männerdominierten Umfeld entgegenzuwirken. So hat PARD gezielt Frauen- und Jugendkomitees aufgebaut und gefördert, die inzwischen eine wichtige Rolle in der Selbstverwaltung der Gemeinden spielen. Diese Arbeit soll nun noch einmal verstärkt werden. Gleichzeitig setzt PARD alles daran, in den von Misstrauen geprägten Region das praktische Miteinander zwischen palästinensischen und libanesischen Nachbarn zu fördern.

Stiftungsförderung in 2017: 20.000 Euro