Auf der Suche nach verschwundenen Migrantinnen und Migranten

Projekte 2017 - Mexiko

Karawane der Mütter verschwundener MigrantInnen in Mexiko. (Foto: medico)

Die migrationsfeindliche Politik der US-Regierung hat dem Thema Flucht/Migration in Mexiko zu neuer Öffentlichkeit verholfen. Allerdings liegt die Aufmerksamkeit hierbei auf der Nordgrenze. Parallel läuft, weit weniger beachtet, eine massive Abschottung an Mexikos Südgrenze. Im Zuge des Programms „Frontera Sur“ haben die Regierungen Mexikos, Guatemalas und der USA ein koordiniertes sicherheitspolitisches Vorgehen vereinbart, um Migrationsbewegungen frühzeitig zu unterbinden. Die Maßnahmen richten sich gegen die Menschen aus Zentralamerika und ihren Versuchen, dem Elend und der Gewalt in ihrer Heimat zu entfliehen.

Auf den immer gefährlicher werdenden Routen haben sich in den vergangenen Jahren die Spuren von Zehntausenden verloren. Viele wurden Opfer von Banden, oft als „menschlicher Pfand“ in dem schäbigen Geschäft von Lösegelderpressungen. Ihrem Schicksal, aber auch der immer repressiver werdenden Politik widmet sich das Movimiento Migrante Mesoamericano (M3) in Mexiko mit Lobbyarbeit sowie konkreter Hilfe für Migrantinnen und Migranten.

Seit 2008 ist M3 auch „Gastgeber“ der Karawanen von Angehöriger der Verwundenen aus Zentralamerika. Bei diesen folgen vor allem Mütter, Schwestern und Ehefrauen den Migrationsrouten und besuchen dabei öffentlichkeitswirksam Brennpunkte wie Herbergen, Krankenhäuser und Friedhöfe. Fast 300 Wiedersehen sind so bislang ermöglicht worden. Aufgrund ihrer exzellenten, auch internationalen Vernetzung sorgt die Karawane jedes Jahr für eine große Presseöffentlichkeit und durchbricht damit das Schweigen über die migrationsfeindliche Politik.

Stiftungsförderung in 2017: 10.000 Euro