Arbeitsrechte statt Ausbeutung in der Textilindustrie

Projekte 2017 - Pakistan

Die Gewerkschaft NTUF demonstriert in Karatschi. (Foto: medico)

Obgleich erst vor 18 Jahren gegründet, stellt die National Trade Union Federation (NTUF) heute eine der wichtigen gewerkschaftlichen Organisationen in Pakistan dar. Auch die Zusammenarbeit mit medico hat bereits bemerkenswerte Erfolge gezeitigt: Neben dem Kauf des Gewerkschaftshauses konnte die erste Bauerngewerkschaft Pakistans gegründet werden.

Die NTUF und medico arbeiten bei der Unterstützung der Überlebenden und Hinterbliebenen der Ali Enterprises Brandkatstrophe genauso zusammen wie beim Kampf um Entschädigung und der Klage gegen den deutschen Discounter KiK als Auftraggeber und damit Mitverantwortlichen.

Die vielfältigen lokalen Zugänge der NTUF sollen jetzt genutzt werden, um entlang der gesamten textilen Verwertungskette – vom Baumwollfeld über Spinnereien und Webereien bis hin zur Bekleidungsindustrie und zum Export – Arbeitsrechte durchzusetzen, die Arbeitssicherheit zu erhöhen und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das Projekt setzt in einer Schlüsselbranche Pakistans an: Es wird geschätzt, dass 15 Millionen Arbeitskräfte in der pakistanischen Textil-und Bekleidungsindustrie arbeiten. Hinzu kommen Bauern und Saisonarbeiter in der Baumwollproduktion und Heimarbeiterinnen. Allen gemein ist, dass sie zumeist unter erbärmlichen Bedingungen arbeiten müssen und die national oder international verbrieften Arbeitsrechte nicht eingehalten werden. Sie tragen die Kosten der Profite der vorwiegend europäischen Bekleidungsindustrie.

Stiftungsförderung in 2017: 40.000 Euro