Dokumentation des
Symposiums der stiftung medico international 2010, 21. Mai 2010
Welche
Hilfe für wessen Sicherheit?
Eine Diskussion über interventionistische Formen der Krisenbewältigung
an drei Beispielen: Afghanistan, Sri Lanka, Haiti
2003 zog medico international auf einer Konferenz in Frankfurt eine erste
Bilanz der "Macht und Ohnmacht der Hilfe". Die Krisen der Globalisierung
waren damals schon sichtbar. Und deutlich war auch, dass
Entwicklungsbemühungen mehr und mehr in den Sog globaler
Sicherheitspolitik geraten würden. Wie unter solchen Umständen der Raum
für selbstbestimmte Veränderungen, für "Inseln der Vernunft" zu
verteidigen sei, das beschäftigte uns damals …
… und nun erneut. Mit Blick auf die skandalösen Verhältnisse im heutigen
Sri Lanka, vor dem Ende der „zivilmilitärischen Kooperation“ in
Afghanistan und unter dem Eindruck von Soldaten als Katastrophenhelfern in
Haiti fragte das Stiftungssymposium noch einmal nach den Chancen
eigenständiger Alternativen zu den immer klarer zu Tage tretenden Formen
von außen aufgesetzter „internationaler Zwangsverwaltung“. Bleiben noch
Zeichen paradoxer Hoffnung?
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Dokumentation des
Symposium der stiftung medico international 2009
Solidarität in der Krise. Annäherungen.
Der Erinnerung Frantz Fanons.
Im Fortschritt der Globalisierung wird die Welt erstmals in der
Geschichte wirklich zu einer Welt. Nicht verschwunden sind die empörenden
Unterschiede in der einen Welt. Immer größer, immer weniger auch nur zu
fassen wird die Zahl der, die noch immer „die Verdammten dieser Welt“
genannt werden müssen. Vor Jahrzehnten schon verwies Frantz Fanon auf die
Schwierigkeit, mit „denen da“ solidarisch sein zu wollen, bestand darauf,
dass auch dieses Verhältnis ein Gewaltverhältnis sei und sein müsse.
Umso mehr, umso bedrängender, wenn dieses Verhältnis wirklich in einer
einzigen Welt statt hat. Auch deshalb, weil die, um die es da geht, hier
her wollen und hier her kommen, ungefragt. Wenn an den Grenzen, die es
immer noch gibt, Jahr für Jahr Tausende derer sterben, die man noch immer
„Flüchtlinge“ nennt. Das Symposium geht der Frage nach, was hier
Solidarität heißt und heißen kann, in erster Annäherung.
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stiftung medico international
»Angesichts einer Welt, die in Gewalt und Irrationalität zu versinken
droht, kommt es darauf an, Inseln der Vernunft zu schaffen.«
Mit
diesen Worten riefen im Jahr 2003 prominente Ärzte und Psychoanalytiker,
allen voran Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen und Dr. Paul Parin zur
Gründung einer stiftung medico international auf. "Die nachhaltige
Überwindung von Not erfordert einen langen Atem sowie die Ungebundenheit von
staatlichen Interessen und medialen Konjunkturen. Beides bedarf einer
unabhängigen finanziellen Basis", hieß es in dem Aufruf weiter, dem sich
auch der ehemalige hessische Justizminister Rupert von Plottnitz, die
damalige Direktorin des Deutschen Architekturmuseums Ingeborg Flagge, die
Intendantin des Frankfurter Schauspiels Dr. Elisabeth Schweeger und eine
Reihe anderer Persönlichkeiten angeschlossen haben.
Engagement braucht Beharrlichkeit
Staatliche Politik ist immer weniger imstande, ein menschenwürdiges
Zusammenleben zu gestalten. Ohne private Initiative, ohne soziales
Engagement von Einzelnen, ohne Bürgerinitiativen,
Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen sind heutzutage weder sozial
gerechte Lebensumstände noch die Demokratisierung der weltgesellschaftlichen
Verhältnisse denkbar .... weiter