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    stiftung medico international • Frankfurt/Main  04.09.2010 
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Idee

Gesundheit ist ein öffentliches Gut

Privatisierung und Kommerzialisierung bestimmen die Debatte um die Gesundheitsversorgung weltweit. Gesundheit wird zur Ware, die sich die einen leisten können und die anderen nicht. Zur Stärkung der öffentlichen Verantwortung für die Gesundheit aller Menschen ist deshalb langfristiges Engagement notwendig.
 

Die stiftung medico international engagiert sich für die Schaffung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Lebensbedingungen, die allen Menschen den bestmöglichen Zugang zu Gesundheit sichern. Sie setzt sich ein für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Gesundheit. Dabei ist die öffentliche Gesundheitsfürsorge von herausragender Bedeutung.

Gesundheit ist keine Ware

Die weit vorangeschrittene Globalisierung gebietet, dass Gesundheit als »Gesundheit für alle«, wie sie sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einst auf die Fahnen geschrieben hat, verwirklicht wird. Krankheiten kennen keine Grenzen. Nur wer die katastrophalen Lebensgrundlagen von Menschen in den ärmeren Regionen der Welt verbessert, kann auch die Gesundheit der kommenden Generationen im reichen Norden sichern. Immer deutlicher wird, dass Gesundheit, wie das Leben und Überleben überhaupt, der gemeinsamen Anstrengung aller bedarf.

Es gehört zu den Paradoxien unserer Zeit, dass zwar die öffentliche Bedeutung von
Gesundheit gesehen, die Verantwortung für ihre Verwirklichung aber zunehmend privatisiert und damit weitgehend von der Kaufkraft der Einzelnen abhängig wird. Trotz eines nie dagewesenen gesellschaftlichen Reichtums leiden öffentliche Gesundheitsprogramme an leeren Kassen. Der allgegenwärtige Druck zur Kosteneinsparung aber ist keine ökonomische Zwangsläufigkeit. Er ist, wie die sich dramatisch verschlechternde globale Gesundheitslage, Folge einer Politik, die auf die Privatisierung von Gesundheit zielt.

Noch ist Zeit für ein Umdenken. Gerade in der Gesundheitspolitik ist der Perspektivenwechsel notwendig. Gesundheit ist keine Ware, sondern ein öffentliches Gut, dessen Gewährleistung in gesellschaftlicher Verantwortung liegt. Erfolgreiche Gesundheitssysteme orientieren sich nicht an der Kaufkraft einzelner wohlhabender Patienten, sondern an öffentlichen Interessen und damit gerade auch an den Gesundheitsbedürfnissen ärmerer Menschen.

Projekte zu fördern und Debatten anzustoßen, die sich diesem Ziel globaler Gerechtigkeit verschreiben, ist zentrales Anliegen der stiftung medico international.

Gesundheitsförderung hilft Frieden sichern

Die Gestaltung eines menschenwürdigen Lebens gelingt nur durch die Menschen selbst. Dabei sind Kreativität, Tatkraft und Vernunft vonnöten, nicht aber Irrationalität, Unmündigkeit und Angst. Oft sind es psychisches Leid und seelische Erschütterungen, die einer aktiven Zukunftsvorsorge entgegenstehen. Ohne die psychosoziale Betreuung der Opfer von Armut, Gewalt und Krieg, ohne die Bearbeitung lähmender Traumata aus der Vergangenheit sind Entwicklung und Frieden nicht möglich. Deshalb wird sich die stiftung medico international insbesondere im Bereich der psychosozialen Arbeit engagieren und dabei die Kontinuität einer Arbeit sichern, die der Verein medico international zu Beginn der 1980er Jahre als eine der ersten Hilfsorganisationen überhaupt initiierte.

 

»Zweck der Stiftung ist die Gesundheit der Menschen zu fördern, wobei Gesundheit als Zustand des vollständigen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens verstanden wird. Insbesondere unterstützt die Stiftung Projekte zur Förderung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, Entwicklungshilfeprogramme zur Verbesserung von Einkommen, Ernährung und Hygiene, die Förderung von Berufsausbildung, die Hilfe für Verfolgte, Flüchtlinge sowie Opfer von Krieg, Vertreibung und ökologischen Katastrophen, ungeachtet ihrer politischen, rassischen, religiösen und sonstigen Zugehörigkeit.«

Auszug aus Paragraph 22 der Satzung

 

 

 
   

 

 

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