Inseln der Vernunft schaffen
»Angesichts einer Welt, die von zunehmender Gewalt bedroht ist,
gilt es, Inseln der Vernunft zu schaffen. Darum sind wir immer bemüht
gewesen, und gerade heute sehen wir keinen Grund, locker zu lassen. Auch Sie
können bei der Schaffung einer solchen Insel mitwirken. Dazu möchten wir
Sie mit der sozialmedizinischen Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico
international bekannt machen, deren Arbeit wir in den zurückliegenden Jahren
schätzen gelernt haben. Vermutlich haben auch Sie schon von der Frankfurter
Organisation gehört. 1997 erhielt die von medico international ins Leben
gerufene ›Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen‹ den
Friedensnobelpreis. Die Arbeit von medico international beginnt meist erst
dann, wenn Krieg und Katastrophe ihr spektakuläres Gesicht verloren haben
und die Kameras abgeschaltet sind. Mit praktischen Hilfen geht es um die
sozialpsychologische Betreuung von Gewaltopfern, die Rehabilitation von
Kriegsversehrten, die Wiederansiedlung von Flüchtlingen, die Stärkung
lokaler Zivilgesellschaften, die Qualifizierung örtlicher Fachkräfte, den
Aufbau von gemeindeorientierten Gesundheitsdiensten – mit anderen Worten: um
die Wiederherstellung tragfähiger sozialer Strukturen. In einem Punkt
unterscheidet sich medico international von vielen anderen international
tätigen Hilfsorganisationen: Selbst auf die Gefahr hin, sich missliebig zu
machen, nimmt medico international zu den Hintergründen von Not Stellung und
drängt auf Veränderung. Ein Verständnis
von Hilfe, das sich zum Schweigen verpflichtet fühlt, wenn es um die
Ursachen von Armut und Gewalt geht, jedenfalls ist nicht die Sache von
medico international. Die nachhaltige Überwindung von Not erfordert einen
langen Atem sowie die Ungebundenheit von staatlichen Interessen und medialen
Konjunkturen. Beides bedarf einer unabhängigen finanziellen Basis. Um diese
langfristig zu sichern, will medico international eine Stiftung gründen, die
den Namen stiftung medico international tragen wird. Gemeinsam mit Ihnen
wollen wir uns nun auf die Suche nach Menschen begeben, die mit den Zielen
von medico international übereinstimmen und einen (kleinen) Teil ihres
Vermögens einer solchen Stiftung zur Verfügung stellen wollen. Empfehlen Sie
unsere ›Insel‹ denjenigen in Ihrem Umfeld, die Interesse und Freude an einer
solchen Stiftung haben könnten.« Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen, Dr.
Paul Parin, Prof. Dr. Peter Riedesser, Mathis Bromberger, Eva Demski, Prof.
Diwi Dreysse , Prof. Dr. Ingeborg Flagge , Prof. Joachim Hirsch, Ulrike
Holler, Barbara Klemm, Dr. Wolfgang Leuschner, Justizminister a.D. Rupert
von Plottnitz, Dr. Elisabeth Schweeger |
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