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    stiftung medico international • Frankfurt/Main  07.02.2012 
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Impressum

Aufruf zur Gründung einer stiftung medico international

Inseln der Vernunft schaffen
 

»Angesichts einer Welt, die von zunehmender Gewalt bedroht ist, gilt es, Inseln der Vernunft zu schaffen. Darum sind wir immer bemüht gewesen, und gerade heute sehen wir keinen Grund, locker zu lassen. Auch Sie können bei der Schaffung einer solchen Insel mitwirken.

Dazu möchten wir Sie mit der sozialmedizinischen Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international bekannt machen, deren Arbeit wir in den zurückliegenden Jahren schätzen gelernt haben. Vermutlich haben auch Sie schon von der Frankfurter Organisation gehört. 1997 erhielt die von medico international ins Leben gerufene ›Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen‹ den Friedensnobelpreis. Die Arbeit von medico international beginnt meist erst dann, wenn Krieg und Katastrophe ihr spektakuläres Gesicht verloren haben und die Kameras abgeschaltet sind. Mit praktischen Hilfen geht es um die sozialpsychologische Betreuung von Gewaltopfern, die Rehabilitation von Kriegsversehrten, die Wiederansiedlung von Flüchtlingen, die Stärkung lokaler Zivilgesellschaften, die Qualifizierung örtlicher Fachkräfte, den Aufbau von gemeindeorientierten Gesundheitsdiensten – mit anderen Worten: um die Wiederherstellung tragfähiger sozialer Strukturen.

In einem Punkt unterscheidet sich medico international von vielen anderen international tätigen Hilfsorganisationen: Selbst auf die Gefahr hin, sich missliebig zu machen, nimmt medico international zu den Hintergründen von Not Stellung und drängt auf Veränderung. Ein Verständnis
von Hilfe, das sich zum Schweigen verpflichtet fühlt, wenn es um die Ursachen von Armut und Gewalt geht, jedenfalls ist nicht die Sache von medico international.

Die nachhaltige Überwindung von Not erfordert einen langen Atem sowie die Ungebundenheit von staatlichen Interessen und medialen Konjunkturen. Beides bedarf einer unabhängigen finanziellen Basis. Um diese langfristig zu sichern, will medico international eine Stiftung gründen, die den Namen stiftung medico international tragen wird.

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir uns nun auf die Suche nach Menschen begeben, die mit den Zielen von medico international übereinstimmen und einen (kleinen) Teil ihres Vermögens einer solchen Stiftung zur Verfügung stellen wollen. Empfehlen Sie unsere ›Insel‹ denjenigen in Ihrem Umfeld, die Interesse und Freude an einer solchen Stiftung haben könnten.«

Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen, Dr. Paul Parin, Prof. Dr. Peter Riedesser, Mathis Bromberger, Eva Demski, Prof. Diwi Dreysse , Prof. Dr. Ingeborg Flagge , Prof. Joachim Hirsch, Ulrike Holler, Barbara Klemm, Dr. Wolfgang Leuschner, Justizminister a.D. Rupert von Plottnitz, Dr. Elisabeth Schweeger

 

Unterzeichner dieses Aufrufs


Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen, Psycho­ana­lytikerin

Foto: dpa

Dr. Paul Parin, Autor und Psycho-
analytiker

Foto: Johannes Roether

Mathis Bromberger, Arzt
Prof. Diwi Dreysse, Architekt

Foto: Architekten ABS

Dr. Elisabeth Schweeger, Intendantin schauspiel Frankfurt

Foto: Erika Fernschild

Rupert von Plottnitz, Rechtsanwalt und Staatsminister a.D.

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