El Salvador:
Sozialfonds für kriegsversehrte Prothesenträger
Seit nunmehr 16 Jahren arbeitet medico international mit der Organisation
Promotora de la Organización de Discapacitados de El Salvador (Förderverein
zur Organisation der Versehrten in El Salvador, PODES) zusammen. Die
Entwicklung von PODES ist in vielerlei Hinsicht eine exemplarische
Projekt-Erfolgsgeschichte.
Prothesenwerkstatt von PODES. Foto: medico
Die
selbstverwaltete Prothesenwerkstatt wurde nach dem Ende des
salvadorianischen Bürgerkriegs (1979-1991) von kriegsversehrten ehemaligen
Guerillakämpfern gegründet. Die behinderten Prothesentechniker produzieren
heute Prothesen, Orthesen und Komponenten auf internationalem Niveau. Dank
der guten Qualität ihrer Produkte versorgt PODES auch Privatpatienten und
Patienten der Sozialversicherung.
medico begleitete PODES durch schwierige Zeiten. Als einige Jahre nach
Kriegsende die meisten ausländischen Geber ihre Förderung einstellten,
entwickelten wir gemeinsam die Idee eines Sozialfonds, aus dem mittellose
Patienten sich eine Prothese finanzieren lassen können. Heute wird PODES
fast ausschließlich aus nationalen Quellen gefördert und gewinnt
beispielsweise Ausschreibungen der salvadorianischen Sozialversicherung für
die Anfertigung von Prothesen bei Betriebs- oder Autounfällen. Da die
Autonomie der Organisation so gesichert werden konnte, gilt die
Unterstützung medicos und seiner Stiftung dem Sozialfonds.
Die überwiegende Mehrheit der langjährigen Patienten sind Opfer von
Landminen oder anderen Explosivkörpern, die aus keinem anderen Fonds in El
Salvador bezuschusst werden. Im Rahmen der Möglichkeiten steht der Fonds
aber auch einkommensschwachen Menschen ohne Versicherungsschutz offen, die
aufgrund von Diabetes, Verkehrsunfällen, Kriminalität, Naturkatastrophen
prothetische Hilfsmittel benötigen.
Politisch setzt sich PODES für einen in eine öffentliche
Gesundheitsstruktur eingebetteten Sozialfonds in El Salvador ein, der allen
Behinderten offen steht.
Fördersumme: 5.000 Euro
Insgesamt erhielt PODES aus Mitteln von Stiftung und Verein medico
international 12.853 Euro zur Finanzierung des Sozialfonds. |