Bangladesch:
Krankenversicherungsfonds für die Ärmsten der Armen
Sprechstunde einer GK-Gesundheitsarbeiterin
Foto: medico
Auch die Arbeit der langjährigen medico-Partnerorganisation Gonoshasthaya
Kendra (Volksgesundheitszentrum, GK) in Bangladesch ist in ihren Erfolgen
beispielhaft. Die Organisation wurde 1971 gegründet und setzt sich seitdem
für das Recht auf Gesundheit ein. GK begreift Gesundheitsversorgung nicht
als Hilfe "von oben herab", sondern sieht die armen Menschen als Partner.
So gehen die inzwischen rund 2.500 Mitarbeiter von GK in die Dörfer und
Armenviertel und bilden Gesundheitsarbeiter – überwiegend Frauen – aus, die
medizinisches Wissen vermitteln und darüber hinaus Kenntnisse in sozialen
Fragen, Ernährung sowie Krankheitsverhütung weitergeben. Dabei spielen von
der Bevölkerung getragene lokale Gesundheitskomitees eine entscheidende
Rolle, indem sie die Menschen vor Ort in die Entscheidungen einbeziehen und
ihre sozialen Netze stärken. Darüber hinaus betreibt GK eine eigene
medizinische Hochschule zur Ausbildung von Gesundheitsarbeitern und eine
lokale Pharmaproduktion, die 120 lebenswichtige Medikamente zu niedrigen
Preisen herstellt.
GK erreicht heute rund eine Million Patienten in
Bangladesch und hat im eigenen Arbeitsgebiet zwei der Millenniumsziele der
UNO (Senkung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit) verwirklichen können.
Um seine Gesundheitsprogramme nachhaltig zu finanzieren, hat
Gonoshasthaya Kendra ein solidarisches Versicherungsmodell aufgebaut. Durch
eine den jeweiligen Möglichkeiten entsprechende Staffelung ihrer Beiträge
sollen die Gemeinden und deren Mitglieder angemessen an den Kosten der
Gesundheitsversorgung beteiligt werden. Allerdings funktioniert das Modell
durch den hohen Anteil von extrem Armen und der oftmals mangelnden
Beteiligung der reicheren Gemeindemitglieder noch nicht kostendeckend.
Die stiftung medico international beschloss daher, einen Beitrag zur
Finanzierung des Versicherungsfonds zu leisten. Fördersumme: 17.000
Euro
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